Monday, August 29, 2005

Bye bye

So, ich verabschiede mich schonmal von meinem heimischen PC und melde mich erst wieder, wenn ich irgendwo sicher gelandet bin.
Derzeit habe ich zu viel zu tun und zu wenig Zeit für lange Abschiedszeremonien - obwohl ich euch ja sooo gerne zutexten würde, wie immer *g*.

Kurz und knapp:
Bis bald, take care

Chinachick

Friday, August 26, 2005

Jetzt geht's um die Wurst

Guangdong sausage may get the chop
By Zheng Caixiong (China Daily)
Updated: 2005-08-26 05:59


GUANGZHOU [Chinese province]: Cantonese style sausage is popular across the country as well as in its home province Guangdong.

But the traditional food might disappear from local restaurants and dinner tables if a new food regulation goes into effect.

The sausage, which has a history of 1,000 years [...]





"We will introduce new technologies to help improve our sausages [...]"

The Guangzhou Food Group Corporation is engaged in producing four famous brands of sausage and is one of the major sausage manufacturers in Guangdong.

Its sale volume of sausages and other preserved meat usually accounts for a large portion of the province's food production.

Li Meiqun, a local housewife, said she could not accept the fact that the Cantonese style sausage would disappear from local dinner tables.

Many of her relatives and friends who are living outside Guangdong simply could not do without it, she said.

"Every year I mail sausages to my elder sister who lives in Nanjing," Li told China Daily yesterday.

The production of the Cantonese style sausage is believed to date back to the Tang Dynasty (AD 618-907).

The sausage is thought to have been introduced to the province by Arab merchants and Indian business people during that period.

But the production process is now much more sophisticated thanks to centuries of evolution.



Aber sonst haben sie keine Sorgen... ;) . Nun ja, wenn's wirklich so eine historische Wurst ist, dann würde ich vielleicht auch protestieren.
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Nein, würde ich nicht. Aber egal :)

Monday, August 22, 2005

Die DAK und Ich

Herrlich, was mir gerade wieder passiert ist. Der Herr von der DAK rief bei mir an.

"Hallo Frau M., Sie haben uns einen Brief geschrieben, auf den ich mich melden wollte."

Huch, habe garnicht mit einem Anruf von denen gerechnet. Die DAK hat doch sonst nicht solch einen Service...nun ja, man lernt immer wieder dazu.
Es stimmt, ich hatte der DAK einen Brief geschrieben. Sie wollten nämlich Auskunft über mein Einkommen, da ich ab Oktober keine Studentin mehr sein werde. Ich war ziemlich genervt von deren Schreiben, da ich ca. 10 Mal zuvor mit ihnen telefoniert und mitgeteilt habe, dass ich im Ausland sein werde.
Es gibt weder Einkommen, noch habe ich irgendwo einen Bauernhof zu vermieten, noch bin ich Börsenspekulant. Ich bin einfach nur Rucksacktourist. In dem Brief habe ich versucht, dies klar zu machen:

"Ich habe KEINERLEI Einkünfte und weiß auch nicht, wie ich das Geld für die freiwillige Versicherung zusammen bekommen soll. Ich werde im Ausland sein, und zwar ohne Geld. Niente. Hand gegen Koje, kapische?"
So in etwa.

Der Herr der DAK war eigentlich recht freundlich, bedauerte es sehr, dass er mir kein Angebot machen könne. Nicht, dass ich das ebenfalls schon längst geklärt haette...wir wiederholen uns ja gern...wir haben Zeit, abiamo tiempo!

Meine einzige Frage war eigentlich nur, wie ich ihren Bogen ausfüllen soll, damit ich ihn nicht komplett leer zurückschicke (denn es gibt ja nunmal keine EINKÜNFTE, *har har*).

Er fragte dann etwas unsicher: "Mh, Sie müssen doch von irgendwas leben. Sie schreiben hier 'Hand gegen Koje', was is'n das?" *LOL*

"Hand gegen Koje", erklärte ich ihm "ist, wenn man abwäscht und dafür bei fremden Menschen pennen darf. Oder man ist Mitglied im HospitalityClub und darf bei fremden Menschen pennen und dazu noch den Abwasch stehen lassen. Weiterhin werde ich Klöster und Tempel aufsuchen, aber das wollen Sie sicher garnicht wissen.
Ich suche mir meine Brücke, comprendido?
Ich angle Fische, klopfe Kokosnuesse vom Baum und mache abends Feuerchen. Und dann tanze ich wie Rumpeltilzchen wild ums Feuer und singe dazu! Dafür brauchts keine EINKÜNFTE!"

Er schwieg. Ich nehme an, er musste nachdenken. Über unsere entfremdete künstliche Welt und an die Zeit der alten Wilden.

Und dann sagte er: "Es tut mir wirklich leid, dass ich Ihnen kein günstigeres Angebot machen kann. Aber ich werde Ihre Kritik weiter geben. Auf den Bogen tragen Sie einfach nichts Konkretes ein. Notieren Sie das, was Sie mir gerade gesagt haben. Das mit 'Hand gegen Koje und so...!"

Na also. Geht doch ;) . Cleveres DAK-Kerlchen.

Sunday, August 21, 2005

Gestapelte Gedanken

Die Komplexität des menschlichen Gehirns wirft noch immer viele Fragen auf.
Millionen von Vernetzungen, die letztlich für unser Handeln, Denken und Fühlen verantwortlich sind. In Anbetracht dieses Labyrinths [Anm. des Autors: 'Labyrinth heißt im Bereich der Medizin übrigens 'Innenohr' - das sagt ja alles] in unserem Kopf, wen wundert es da noch, wenn man 10 Gedanken gleichzeitig denkt und unfähig ist, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren?

Parallele Aktivitäten derzeit:

-für Klausur lernen
-Reiseplanung durchgehen
-Umzugskoordination überdenken
-Arbeitskleidung zur Arbeit bringen (mental, versteht sich)
-Einkaufsliste für Reise überdenken
-Blog schreiben
-Freundin am Bahnhof verabschieden - Uhrzeit im Auge behalten, überlegen, ob Einkauf davor oder danach ökonomischer ist.
-nachts Kartons packen - überlegen, welche Sachen aussortiert werden können. Der Wassermax zum Beispiel. Daraus folgt die Überlegung, ob ich für die Patrone wohl noch Pfandgeld zurück bekomme. Daraus folgt die Überlegung, ob ich den Wassermax also mit oder ohne Patrone aussortiere. Humpf.

Resultat dieser gestapelten Gedanken ist dann Folgendes:

Ich sehe mich im Schulklassenzimmer, 5.Klasse, Englisch:
"So who stole the cookies from the cookie jar?" - dieser Satz soll von mir rhythmisch unterstrichen werden und ich soll dabei in die Hände klatschen in der Hoffnung, dass wenigstens eines der 30 kids mitklatscht. So sagt es mein Text. Außerdem soll ich mit den Fingern schnipsen. Und auf meine Oberschenkel klatschen. Ok - werde diese Info für meine Klausur speichern.

Daneben sehe ich mich Kartons packend, und - fragt mich nicht wieso - überlege mir ernsthaft, ob sich wohl schonmal jemand im Karton hat verschicken lassen?! Wenn ja, hat er's überlebt? War es kalt? Da fällt mir ein, dass ich gestern einen Bericht über Flugzeugunfälle sah und bei einem Flugzeug - damals, British Airways - löste sich während des Fluges die Seitenscheibe im Cockpit. Der Pilot wurde aus dem Flugzeug gesogen und klebte außen dran. in 6000 Metern Höhe. Ich glaube, dem war auch kalt...zumindest hatte er hinterher (lt. Spiegel-Tv Bericht) Frostbeulen. Aber er hat's überlebt.

Dann denke ich - während ich noch immer schnipsend und Oberschenkel-klatschend vor der Klasse stehe - dass ich gleich die Arbeitskleidung abgeben und auf dem Rückweg Linde verabschieden könnte. Wäre ein Abwasch.

Während diese drei Filme also parallel ablaufen (oder sind's schon 4?) - sitze ich bereits wieder zu hause am Schreibtisch und gucke chaotisch in meine Blätter, schnipse mit den Fingern, packe einen nächsten Karton, werfe irgendwas in meinen Rucksack, blättere in dem Reiseführer, gucke wieder in meine Blätter und fühle mich irgendwann so konfus und durcheinander, dass ich meinen Fernseher im Hirn ausschalte und einfach nur noch schlafe.

Ich weiß ja echt nicht, wie ich es immerzu schaffe, zehn Sender gleichzeitig zu sehen. Und dabei zahle ich nicht einmal GEZ-Gebühren ;) . Aber wer braucht schon einen TV, wenn er soviel Fernsehen im Kopf hat ?

Unser Hirn ist viel zu komplex, finde ich.

Wednesday, August 17, 2005

No comment

Nachdem mein Friseur mir die Haare schlecht geschnitten hat (aber ich vergebe ihm...er tut mir sogar ein wenig leid) und ich ganz genervt von der überfüllten Stadt bin, gehts mir jetzt schon wieder besser. Man darf nur nicht zu oft versuchen, sich derart aufzuheitern...das führt dann nämlich dazu, dass man diesen Gockel am liebsten den Hals umdrehen und im Kopftopf sehen würde...

Oder aber zu
anderen Maßnahmen greifen möchte...

Sunday, August 14, 2005

Duschen im Dunkeln

Heute durfte ich erfahren, wie es sich ohne elektrisches Licht duscht.
Dunkel, würde ich sagen. Die kleine Ikea-Schreibtischlampe hat zwar ein wenig ausgeholfen, aber ehrlich gesagt, war das Licht dadurch recht schaurig und ich sah gleich ein halbes Jahrhundert älter aus. Die Gesichtszüge wirken sehr gespenstisch, wenn das Licht von unten scheint - probiert's aus und haltet euch mal eine Taschenlampe von unten gegen das Kinn. Man sieht aus wie ein verfaulter Shrek oder Frankenstein...

Friday, August 12, 2005

Auf Ehre und Gewissen (klicken)...

Harry Potter world wide

[Edit: leider funktioniert der Link zur chinesischen Ausgabe nicht - daher musste ich ihn herausnehmen...]

Weitere Infos zu Band 6 gibt es nach folgendem Warnhinweis: falls Sie ein echter HP- Fan sind und das Buch bis zum Schluss genießen wollen, dann AUF KEINEN FALL klicken!!!!

Falls Sie doch geklickt haben - trotz meiner Vorwarnung - und mir nicht glauben, dann kann ich nur diese Seite empfehlen.

Noch immer kritisch? Dann geht es weiter hier entlang....

Und wer mir nicht glaubt, der kann sich selbst in der Encyclopedia Dramatica informieren....

Wednesday, August 10, 2005

Malbuch

Ich hab' jetzt auch ein . Malbuch, in dem ihr euch verewigen dürft :) .

Ein chinesischer "Thomas the tank engine"

Monday, August 08, 2005

Ein bunter Tag

Herrje, was ist heute wieder alles passiert. Wir haben erst 15: 23 Uhr und ich weiß jetzt schon nicht, wo mir der Kopf steht, brrr.
Manchmal empfinde ich das Leben als eine einzige Reizüberflütung und ich frage mich, ob es nur mir so geht oder ob es auch anderen passiert, dass sie mitten in der U-Bahn von Chinesen angeprochen werden, ob sie bei dir uebernachten dürfen?
Wieso passieren mir immer so komische Dinge?
Genauso wie neulich, als ich eine Mail von einem fremden Menschen bekam, der mir helfen wollte, eine private Krankenversicherung zu finden.
Ich habe ihm gesagt, dass es keine PKV gibt die blöd genug ist, mich zu nehmen, denn ich habe mich bereits ausführlich informiert. Er meinte jedoch es besser zu wissen, also bat ich ihn um Vorschläge. Und da fing es natürlich an "Ich bräuchte aber erst diese und jene Angaben...". Als diese Masche dann kam, habe ich ihm gedroht, ihn als Troll im Referendar-Forum zu deklarieren. Danach gab er Ruhe. Er war zwar weiterhin überzeugt seriös zu arbeiten und vermutlich stimmt das auch noch, aber ich will keine Mails von fremden Menschen, die mir was verkaufen wollen und die immerzu meinen, besser bescheid zu wissen...Es läuft immer nach dem selben Muster:

"Ich kann Ihnen helfen, ich kenne mich aus!"

*Ich mich auch - Sie werden mir NICHT helfen können. Ich bin bereits informiert, danke!"

"Ach, es gibt soo viele andere Möglichkeiten. Sagen Sie mir, worum es geht, ich werde sehen, was ich tun kann!"

*Nun gut, hören Sie GENAU zu..........(dann folgt ein Auszug der nötigen Infos)*

"Mh, also wir könnten es mal mit xy probieren!"

*Hab' ich schon - keine Chance*

"Ja, also wenn selbst DAS nicht geklappt hat, dann weiß ich es auch nicht!?"

*Ja, das sagte ich Ihnen doch zu Beginn - Sie wissen es nicht! Ich bin clever, hm?"

Und dann ist der Kontakt meist beendet. Manche schicken noch ein "Ich informiere mich nochmal" hinterher, damit es nicht ganz so peinlich für sie aussieht, aber im Grunde wissen Sie, dass ihre Klugscheißerei im Eigentor landete.

Naja, zurück zum heutigen Tag:

Zuerst einmal habe ich bei meinem Arzt angerufen, der mir eine Impfberatung in Rechnung stellt, ohne dass ich je eine solche Beratung wollte. Er meint unser Treffen damals, als er mir sagte, dass ich Hepatitis und Typhus impfen lassen solle.

Ja, um die nötigen Impfungen wusste ich - deshalb bin ich schließlich zum Arzt gegangen...Ich habe aber nie eine Beratung verlangt und was kann ich dafür, wenn mich die Gehilfin zu ihm ins Zimmer schickt? Sie sagte mir ja nicht, dass dort eine Beratung erfolgen würde, sondern das übliche halt *Nehmen Sie noch einen Augenblick im Wartezimmer Platz*. Das war für mich ok, da ich eh noch andere Fragen an den Arzt hatte, die nicht meine Reise betrafen.

Nach einiger Wartezeit betrat ich also das Arztzimmer, in dem er mich mit einem "Ich habe schon gehört, Sie verreisen" begrüßt. Das waren wohl DIE Stichworte für ihn - damit war schon die halbe Beratung getan (worüber ich mir nicht klar war, denn mir sagte ja niemand, dass ich im folgenden eine Beratung erhalten sollte). Die Frage ist, was hätte ich tun sollen?
Raus rennen oder dem Arzt den Mund zuhalten "verlieren Sie kein Wort über meine Reise, sondern impfen Sie mich einfach nur?"
Oder hätte ich sagen sollen "Nehmen Sie das sofort zurück!!!" ?
Keine Ahnung.
FAkt ist, ich konnte nichts tun, weil mir nicht klar war, dass ich da gerade eine private Leistung in Anspruch nehmen würde. Es ging mir eher um meine anderen Anliegen.
Nun ja, jedenfalls bin ich nun ziemlich sauer, dass dieses Treffen - was mir untergeschoben wurde - als private Leistung abgerechnet werden soll. Und in solchen Dingen kann ich es einfach nicht lassen, ihm meine Meinung dazu zu sagen. Dass er sich garnicht schämt....Vielleciht tut er es ja - am besten, ich frage ich nachher mal!
Ach so, er möchte sogar doppelt abrechnen, denn ich hatte ja auch Fragen gestellt, die in den Kassenrahmen fielen.

Nach diesem aufheizenden Tagesbeginn beschloss ich dann, meine Fotos endlich mal abzuholen - mein dritter Versuch musste schließlich mal gelungen sein...Tja, dachte ich! Denn in der Fototasche fand ich wieder nur einen Vermerk, dass der Film unbelichtet gewesen sei. ALs Beweis lagen die Negative dabei (da fällt mir ein, dass sie bei DM-Markt damals nicht beigefügt waren - unverschämt! ICh will schließlich auch was haben für mein Geld, denn immerhin zahle ich 0.95 Euro Entwicklungsgebühr!). Ich verstehe jedenfalls die Welt nicht mehr und ich geb's auf. Ich bin zum Fotografieren nicht geeignet. Gibt ja noch andere schöne Hobbies....
Habe ich DAFÜR etwa meinen guten BIC-Kuli (aus dem 100er Pack) und meinen Bleistift geopfert? (Das Missgeschick ist weiter unten beschrieben).
Wirklich fies.
Ich werde dann wohl in China auf Postkarten umsteigen und hinterher runde Löcher in die Karten schneiden, um dahinter dann Passfotos von mir kleben zu können...

Aproppos China: ich habe es heute endlich in Angriff genommen, mein Visumsantrag zu stellen. War das ein hektisches Unterfangen...
Am Bonner HBF traf ich (zu allem Übel) einen Menschen mit schlitzigen Augen, der mich schon in seinem Visier hatte. Wieso, das weiß ich nicht. Er guckte mich an, als stehe auf meiner Stirn "Ich reise auch nach China und muss jetzt zum Konsulat!"
Dann nickte und grinste er, wie man es tut, wenn man im Busch einen Landsmann trifft, und kam auf mich zu. Ich hilfsbereite Person habe mich dann tatsächlich auf den Kontakt eingelassen - schließlich hatte ich Mitleid mit ihm, denn in spätestens einem Monat werde ich genauso doof in der Gegend nach europ. aussehenden Menschen Ausschau halten.
Jedenfalls musste er ebenfalls zum Konsulat, was ich aus seinem gebrochenen Deutsch entnehmen konnte. Nun gut, fahren wir halt zusammen. Ich würde mich ja auch freuen, wenn ich jemanden hätte, der mir den Weg zeigt...Dass ich selbst nicht wusste, wo das Konsulat ist, schien ihn nicht zu interessieren.
Die Kommunikation gestaltete sich dann - auf Grund meiner rudimentären Chinesischkenntnisse -recht schwierig. Eigentlich saßen wir uns nur schweigend gegenüber. Ich weiß nur, dass es irgendwo ein Chinahaus gibt, in dem er arbeitet..glaube ich....kann auch sein, dass dies einer seiner Lebensträume ist, oder so...

Endlich angekommen, wurde mir der Typ allmählich etwas lästig.
Die Haltestelle ist so nah am Konsulat gelegen, dass man eigentlich nur schauen muss, aus welcher Richtung die ungewöhnliche Masse chinesischer Bürger kommt. Und dann geht man halt in entgegengesetzte Richtung und die führt einen dann gleich zum Konsulat. Das Konsulat bestand aus einem 10 mal 10 Meter Raum und die meisten Kunden standen eh draußen auf der Treppe. Ansonsten gibt es nicht viel von dort zu berichten. Es ging so hektisch zu, dass ich mich garnicht traute zu fragen, ob mein Anmeldebogen überhaupt richtig ausgefüllt sei. Das interessierte den Bediensteten meinem Gefühl nach auch garnicht. Außerdem hat er den Bogen ohnehin einmal komplett durchgestrichen - das ist wohl deren Art und Weise, Dokumente abzuzeichnen....

Diesen anderen Chinesen hatte ich noch immer im Schlepptau, aber dann ergab sich eine Gelegenheit, in der ich ihn abhängen konnte. Die habe ich auch geschickt ergriffen. Leider habe ich dann auf dem Weg jemanden getroffen, der sich sehr gut in China auskennt und mir wertvolle Tipps geben konnte. Ich habe schonmal meine erste Jugendherberge in Shanghai und habe sogar noch erfahren, dass die Klo's dort garnicht nach Schweinehaufen stinken und mittlerweile westl. Standards entsprechen. Das hat mich völlig aus meinem Konzept gebracht und ich hatte vergessen, dass ich ja eigentlich auf der Flucht war.

Und da war er wieder. Der Chinamann. Und grinste erfreut.

Ich bin ja so blöd....

Und er fuhr natürlich in meiner Bahn zurück - wieso müssen die Konsulate auch so verdammt weit (18 Min.) entfernt liegen?
Wenn man einen Menschen neben sich sitzen hat, eigentlich aber viel lieber Discman hören möchte als sich mit diesem Jemand zu unterhalten, der eh kein Wort versteht oder lieber lernen möchte...dann können 18 Minuten verdammt lang sein.
Und das Gespräch (nennen wir es einfach mal so), wurde immer unangenehmer. Irgendwann war ICH dann diejenige, die so tat, als spreche sie kein Deutsch.
Das führte allerdings dazu, dass er mir Chinesisch beibringen wollte, was ich aber dankend ablehnte (ebenso handhabte ich es mit seinem Angebot, bei mir zu übernachten). Meine Ausrede, ich muesse Englisch anstatt Chinesisch lernen, kam vielleiht etwas blöd, da ich ihn zuvor ja noch auf Englisch angesprochen hatte, aber das war mir egal.
Ich wette, er hatte eh keinen blassen Schimmer, was ich ihm erzählte. Genauso ging es umgedreht. Ich bin dann früher ausgestiegen, um ihn endlich los zu werden und dieses Mal würde ich mich sicherlich mit niemandem mehr festquatschen.

Dann ging ich zur Deutschen Bank, da ich endlich mal eine Kreditkarte beantragen wollte. Ich bin ja leider in mancher Hinsicht etwas unflexibel und lasse mich auf nichts ein, ohne mich vorher erkundigt zu haben, ob ich nicht irgendwo ein besseres Angebot bekommen kann. Die DB fehlte jedenfalls noch auf meiner Liste. Der Besuch bei der Bank gestaltete sich recht einfach. Deren Angebot hat mich nicht zufrieden gestellt, so dass ich nun weiß, wo ich meine Karte beantragen kann. Wenigstens gab es in der Deutschen Bank aber einen Trostkeks und einen Becher Wasser. Ist doch auch was!

Tja, und dann habe ich noch meinen Internat. Studi. Ausweis besorgt, meine Unibücher zurück gebracht, mich wieder einmal festgequatscht (aber der Chinese war sicher schon in weiter Ferne) und bin dann irgendwann endlich heim und traf dort erstmal (um 15 Uhr mittags!) auf die Putzdamen...und dabei wollte ich einfach nur Ruhe...

So, jetzt habe ich viel zu viel geschrieben, aber vielleicht ist das besser so. Solange ich im Zimmer sitze und schreibe, kann mir nichts passieren. Hier bin ich sicher - hoffe ich....;)

Wednesday, August 03, 2005

Stecke nie den Kuli in den Fotoapparat

So, da sim' ma wieder! Nun, was haben wir heute wieder angestellt?

Zuerst ein erneuter Versuch zu lernen. Langsam komme ich mir blöd dabei vor - wenn es gestern nicht geklappt hat, wieso sollte es heute klappen? Ich fühle mich wie ein Kind, was nach dem 10. Mal heißer Herdplatte wieder drauf packt und einfach nicht begreift, dass man das nicht tun soll. Lernen soll man auch nicht. Das schadet dem Sozialleben.
Ich stehe derzeit also vor der Wahl:

1.) bleibe ich einsam und werde klug? oder

2.) bleibe ich doof und habe Spaß?

einsam gegen Spaß

doof gegen klug

Ich möchte mich nicht weiter dazu äußern. In Anbetracht aber, dass jeder nur ein Leben hat, halte ich Spaß für den wichtigsten Faktor. Das ist aber nur ein dezenter Hinweis im Rahmen meiner Lernfortschritte.

Nachdem ich also 2 Stunden am Schreibtisch saß (davon 1 1/2 Stunden Kaffee-trinkend - die ersten 5 Tassen, wie jeden Morgen...)...habe ich beschlossen, dass ich eine Pause einlegen sollte.

Pausen wollen natürlich sinnvoll genutzt sein.

Man merke: CARPE DIEM/SEIZE THE DAY und verschwende keine Zeit, denn Zeit ist kostbar und time is money - besonders für den Doktor, der nämlich an folgender Tetanusimpfung in den linken Armmuskel wieder 10 Tage Abendbrotgeld verdient hat. Zuerst war ich ganz irritiert, als mich die Sprechstundehilfe bat, den Armmuskel frei zu legen - *wow*, die Frau findet, ich habe Muskeln..., aber dann habe ich einfach nicht weiter darüber nachgedacht. Die Suche nach meinem Muskel hätte mich eh überfordert. Und so früh am Morgen (war ja erst 11 Uhr) hätte ich das nicht geschafft.

Der Tag nahm dann den üblichen Lauf, daher spare ich mir Details.

Am Abend habe ich mich dann fortgebildet, was meine fototechnischen Kenntnisse anbelangt. Ich griff zum Apparat und habe einfach wild durch die Gegend geschossen - ihr wisst schon, so wie das die Profis im Fernsehen immer machen!
Fokussieren, Knippsen, Fokussieren, Knippsen, Fokussieren..dann mal angestrengt durch die Haare streifen und weiter...bis der Film voll ist.
Soweit so gut. Fühlte mich richtig gut, nachdem ich diese Aufgabe also bewältigt hatte.
Leider hielt die Stimmung nicht allzu lange, denn an folgender Aufgabe war ich bereits zwei Mal gescheitert: wie bekommt man den Film aus einer Spiegel-Reflex-Kamera ohne ihn zu zerreißen?
Ich hatte mich natürlich bestens informiert und wusste mittlerweile, dass es unten am Apparat eine Versenkung geben würde - diese muss man noch tiefer eindrücken, damit die Spule im Apparat frei gegeben wird. So leicht ist das! Ich habe mich dann mit entsprechendem Werkzeug ausgestattet:

-Kuli von der Marke BIC - das sind diese Billigdinger, die es meist im 100er Pack gibt, die aber verdammt gut schreiben, sowie

-Bleistift mit austauschbarer Mine - die haben genial feine Minen, damit kommt man in die engsten Vertiefungen.

Der Bleistift war zuerst garnicht nötig, da der Kuli optimale Leistung brachte. Irgendwas macht *krz* und der Film ließ sich kurbeln....ca. einen Zentimeter...dann machte es wieder *krz krz* und das kam mir komisch vor. Dann wurde das Kurbeln schwieriger und nach dem fünften *krz* hielt ich es für eine gute Idee, den Kuli nochmals fester in die Vertiefung zu drücken. Dann machte es einmal kurz *krzä* und nichts weiter passierte. Dachte ich. Bis ich dann festgestellt hatte, dass meine Kulimine abgebrochen und in der Vertiefung steckte...*grummel*...ich habe mich dann erstmal mit einem *das passiert dem besten Profi* getröstet und nach Abhilfe gesucht. Hatte ja noch meinen Bleistift. Ha! Damit würde ich das Problem lösen!
Gut, ich gebe ja zu, es war etwas naiv, den recht unstabilen Bleistift und diese sehr dünne Mine auch noch in die Verstiefung zu stecken. Ich hatte mir auch vorher schon überlegt, dass diese Mine vielleicht doch ein wenig zu schwach sein würde, dem ganzen Stand zu halten...aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Das gilt auch für Bleistiftminen! Finde ich! Also musste sie ran....
Nun mache ich's kurz, weil das der frustrierende Part ist: die Mine brach auch noch, steckte auch noch, ich war hilflos, schaute mich um, drehte und wendete und schüttelte die Kamera zehn Mal und bekam dann die Erleuchtung, dass ich vielleicht die falsche Vertiefung genommen hatte, weil auf der anderen Seite noch eine war - diese sogar leicht erreichbar und mit einem Knopf...den drückte ich und siehe da *KlicK* - Musik in meinen Ohren! Der Film ließ sich wieder spulen!
Die Ansammlung der Minen in meiner Kamera störten mich zwar nicht weiter, aber ich habe sie dann trotzdem noch mit Schere, Pinzette und Stricknadel entfernt bekommen :) .

Und ich bin stolz, dass ich es geschafft habe, einen Film zu belichten, ihn nicht zu zerreißen und ihn aus der Kamera unbeschadet zu entfernen. Yeah me!

Ich bin zwar jetzt einen Kuli und einen Bleistift ärmer, aber eine Erfahrung reicher :)

Stecke niemals dein Schreibzeug in den Fotoapparat!

Tuesday, August 02, 2005

Vom Prüfungsamt ins Flugzeug

So, jetzt habe ich endlich meinen Klausurtermin - ich muss sagen, dass ich zuvor unheimlich schlechte Laune hatte, weil ich es als ein Ding der Unmöglichkeit befand, in 6 Tagen mit dem Lernen fertig zu sein.
In meinem Kopf ist nämlich noch ziemlicher Salat - sagt man doch so, oder?
Jedenfalls stiefelte ich gesenkten Hauptes ins Prüfungsamt und suchte die weise Dame, die mir endlich mal sagen konnte, wie viele Tage ich noch hoffen darf, dass die Klausur vielleicht doch noch hinhaut und ich somit doch noch die Qualifikation erlange, die Futzis zu unterrichten. Wenn die Klausur nämlich einmal geschrieben ist (lt. meiner Rechnung in 6 oder 7 Tagen) wäre auch alle Hoffnung dahin. Kurzum: ich wollte wissen, wann die Frustparty steigen kann.
Nun ja, dann kam allerdings eine SEHR überraschende Nachricht:
"Fr. Chinachick - Sie sind ja der Exot in diesem Verfahren..."

(*grummel*..jaja, ich weiß, immer habe ich Sonderwünsche...)

"..und schreiben daher nicht mit den anderen zum regulären Termin. Sie sind daher auch nicht auf der offiziellen Liste gelistet, das dürfen Sie nicht!"

Wow, gibt es vielleicht noch andere Restriktionen? Darf man mir als Exot vielleicht auch keine schlechtere Note als 1.7 geben, oder so?...War ja nur ein Vorschlag...

"Wir haben Ihnen einen Termin für den 31.8 gegeben!"

WAS??? Am 31.8 erst? Das geht nicht! Erstens habe ich jetzt schon Frust geschoben und mich seelisch darauf eingestellt in 6 oder 7 Tagen erneut durchzufallen, zweitens wollte ich zu dem Zeitpunkt längst ausgezogen sein und drittens...ähm...drittens....also drittens geht das einfach nicht. Ist zu spät, hören Sie? Ich habe wichtige Termine - Rucksack packen und so'n Kram! Da können Sie doch jetzt nicht sagen, dass ich zur Klausur kommen muss.
Nun gut, wenn ich es mir recht überlege, ist der Termin garnicht so übel. Entspannt mich geradezu ein wenig. Gut, wird dann zwar alles etwas durcheinander und ich muss ....um wieviel Uhr endet die Klausur? Um 12 Uhr? ...ich muss also innerhalb von 10 Stunden ausziehen, Schlüssel abgegeben, Rucksack packen, Kartons irgendwo unterstellen, Freunde verabschieden, Ju-Herbergen und meine Reiseroute für China überlegen, ein Geschenk für den komischen Scheich in Dubai kaufen, chin. Wörterbuch kaufen...aber nöö, kein Problem. Da passt schon! An einem halben Tag lässt sich ja viel machen!
Außerdem kann ich dankbar sein, dass die Klausur nicht am 1.9 ist - dann hätte ich tatsächlich gleich von dort zum Flughafen fahren können, aber das wäre dann mal original Chinachick ;) .

Tja, was soll ich sagen? Es ist tatsächlich eine kleine Erleichterung, dass ich noch ein paar Tage Zeit habe, aber so ganz am letzten Tag - quasi von der Klausur ins Flugzeug, ist nicht gerade optimal. Schade, aber ist nunmal so. Und letztlich habe ich wirklich Glück,dass ich nicht zwei Tage später dran bin. Dann hätte wirklich ein Problem. Aber ich sag's ja immer wieder:

Alles wird gut! :))

 
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