Tuesday, October 25, 2005

Lijiang

Zurueck in der Zivilisation, yeah! Ich meine, ich habe ja nichts gegen abgelegene Doerfer und Berge, aber wenn man eine Wanderung macht und man die Wahl hat, pitschnass zu werden aber dafuer weiter zu kommen oder aber den ganzen Tag in einer Huette "in the middle of nowhere" zu verbringen, dann vermisse ich Stadt, Haeuser, Regenschirme, Cafes, dicke Decken, heisse Duschen und saubere Socken sowie Hosen.

Nichtsdestotrotz war unsere Wanderung entlang der Tigersprungschlucht ein Erlebnis. Zu dumm, dass es beinahe die ganze Zeit regnete und neblig war, so dass wir nicht wirklich einen Blick auf den Strom hatten - aber den kann ich mir ja beizeiten im Internet ansehen ;) .

Waehrend der Wanderung habe ich mal wieder bestaetigt bekommen, was ich vorher schon wusste: ich bin nicht geeignet fuer Bergwanderungen! Ich hasse sie, nach wie vor! Ich kann auf ebener Strecke laufen, kein Problem. Ich kann sogar ziemlich zackig gehen, auch kein Problem! Sogar stundenlang! Aber sobald es auch nur einen Hauch aufwaerts geht, habe ich verloren!

Daher war ich fuer eine Weile auf ein Pferd angewiesen (armer Gaul), welches mich zur Bergspitze gebracht hat. Am zweiten Tag aber, habe ich den Weg allein geschafft und wenn es nicht unentwegt geregnet haette, die Wege matschig gewesen waeren und ich mich zwei Mal beinahe in den Schlamm gelegt haette, dann haette es sicherlich richtig Spass gemacht ;) . Aber ich will nicht klagen, denn so oder so habe ich die Wanderung genossen. Man erlebt es schliesslich nicht alle Tage, dass man sich die Schuhe und Hosen einsaut - ausserdem musste meine Hose ohnehin schon leiden, da ich sie mir im Bus an einer defekten Armlehne aufgerissen hatte (was ein Glueck, dass ich meine schweinchenrosa Leggins darunter trug). Mittlerweile ist die Hose aber gestopft und bei "Mama Naxi", wo ich derzeit bin, konnte ich sie sogar waschen, yeah me!

"Mama Naxi" ist eine nette Unterkunft! Die Naxi, das ist eine der Minoritaetengruppen hier in der Provinz Yunnan. Dass die Naxi matriarchalisch organisiert sind, ist nicht schwer zu erkennen, denn Mama Naxi hat das Sagen, waehrend Papa Naxi putzen und gehorchen muss ;) . "Mama Naxi" ist nicht nur beliebt, weil die Unterkunft gut und guenstig ist, sondern auch, weil sie fuer 8 Yuan (ca. 80 Cent) diverse Gemuese- und Fleischgerichte auftischt und nicht stoppt nachzuschoepfen, bevor man die Reisschale unter dem Tisch versteckt ;) . So guenstig wie bei ihr habe ich es noch nirgends erlebt und "Mama Naxi" - eine sehr temperamentvolle Frau - sorgt immerzu fuer Stimmung!

Die Stadt Lijiang ist herrlich, auch wenn sie sehr touristisch ist! Es gibt lauter kleine Gassen, zahlreiche urige Cafes, Kneipen und Restaurants. Zwischen den Gassen fliessen kleine Baeche mit glasklarem Wasser, in dem sich sogar die Goldfische wohl fuehlen (die Chinesen scheinen ihre Fische zu lieben, da man sie in jedem Fleckchen Wasser findet, sogar im Blumentopf...). Nachts ist die Stadt von etlichen chines. Lampions gesaeumt und mancher setzt eine Kerze in Form einer Lotusblume auf das Wasser, die dann den Bach entlang scheppert, unter den Bruecken entlang, bis sie irgendwo erloescht.

Obwohl es mir hier gut gefaellt, werde ich morgen oder uebermorgen weiter fahren. Meine Tage in China sind beinahe gezaehlt und ich muss sagen, dass ich nicht gerne Abschied nehme. China gefaellt mir und ich werde sicher nochmal wieder kommen. Fuer ein Resumee ist es aber noch zu frueh....

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