Monday, October 31, 2005

Weiter Richtung Laos

Heute kann ich mein Visum fuer Laos abholen und mit dem Nachtbus geht es dann weiter Richtung Sueden, von wo aus ich mich zur Grenze vorarbeite. Uebermorgen sollte ich dann in Laos sein.
Sorry, dass es momentan nicht allzu viel Spannendes zu berichten gibt, aber ich bin mit meinen Gedanken schon in Laos und habe die Zeit hier nur damit verbracht, mir die Stadt ein wenig anzusehen, ein Paket mit warmer Kleidung Richtung Heimat zu schicken und auf mein Visum zu warten. An der Tatsache, dass ich hier kaum noch etwas unternehme merke ich, dass es Zeit ist, weiter zu reisen! Ich kann es kaum erwarten endlich den Dschungel zu erkunden und Wasserfaelle zu besuchen, aber davon mehr, wenn es soweit ist.

Zum Abschluss lieber ein kleiner Rueckblick auf China:

2 Monate sind zu wenig, um ganz China kennen zu lernen, aber ich denke, dass ich einen recht guten Eindruck bekommen habe und begriffen habe, wie die Chinesen "ticken". Das merke ich daran, dass ich mich ueber kaum eine Sache wundere - sei es darueber, dass Frau Mama ihr Kind vor dem Geschaeft ueber eine Tonne zum Pipimachen haelt oder darueber dass Chinesen ungeniert ueber mich lachen, mit dem Finger auf mich zeigen, von der anderen Strassenseite ein "hello" rufen (um ihr Englisch zu beweisen) usw....Anderes Land, andere Sitten, das habe ich begriffen und daran habe ich mich gewoehnt. Was mich anfangs hin und wieder nervte, ist nun zur Gewohnheit geworden und ich denke, dass mich in CHina kaum noch etwas schocken kann (daher wird es ja auch Zeit, weiter zu fahren *hehe*).

Was das Geruecht um die Toiletten anbelangt, so muss ich sagen, dass ich keine allzu schlechten Erfahrungen gemacht habe. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich meine Reise an der Ostkueste begonnen habe (wo alles etwas fortgeschrittener ist) und mich dann langsam zur Westkueste vorgearbeitet habe - so hatte ich Zeit, mich Schritt fuer Schritt vorzuarbeiten. Die Reihenfolge war etwa wie folgt:

1. westliche WC, etwas schmutzig, aber das kennt man ja von unseren oeffentlichen Toiletten...

2. Hocktoilette - gewoehnungsbeduerftig, aber ansonsten nichts weiter auszusetzen. Spuelung vorhanden.

3. Hocktoilette der schmutzigeren Variante. Keine Spuelung, sondern eine Tonne mit Wasser und Kelle.

4. Plumpsklo, wie man es von frueher kennt. Spuelung???? Wasser???

5. Hocktoilette der fiesesten Variante. Der ganze Mist gleitet auf einer Bahn runter...und da liegt er dann....

Ich habe alle Varianten durch und - wie sagte ein anderer Reisender - letzlich sind Toiletten nicht eklig, denn was man dort vorfindet ist doch letztlich nur "shit", nichts weiter...Wenn ich mir das 100 mal sage, hilft es vielleicht...

Faiererweise muss ich aber sagen, dass es wirklich nicht so fies ist wie es klingt. Die Herbergen sind meist gut und (sehr) sauber - mit einer einzigen Ausnahme. Es handelt sich dabei um ein GAestehaus in Xiongcheng (grausame Stadt), in dem es Toilette der KAtegorie 5 gab. Diese war sowas von fies, dass ich den Ort NEBEN dem Haus bevorzugte. Nachts hatte das den zusaetzlichen Vorteil, dass ich Beleuchtung hatte - es war naemlich Vollmond zu der Zeit als ich dort war....Den Rest koennt ihr euch denken. Ingesamt vergebe ich die Note 3 und beende damit das Toilettenkapitel.

Was mir in China am besten gefaellt ist, dass es auf Grund der Groesse so viel zu bieten hat - riesige verstaubte und moderne Staedte, Berge, kleine traditionelle Doerfer, sehr gute feurig-scharfe Kueche ueber einfache Hausmannskost, verschiedene Klimazonen (von subtropisch bis ins kalte Tibet) und entsprechend den unterschiedlichen Regionen, sind auch die Menschen sehr unterschiedlich. Ich mag den Westen lieber - die Menschen erscheinen mir hier ein wenig relaxter und ruecksichtsvoller als im Osten, aber das kann auch nur mein persoenlicher Eindruck sein. Ausserdem moechte ich nicht sagen, dass die Menschen an der Ostkueste ruecksichtslos sind, denn das ist sicher der falsche Ausdruck. Ok, sie draengeln sich vor und schubsen, aber man hat eher den Eindruck, dass sie das nicht etwa aus boeser Absicht machen, sondern einfach deshalb, weil sie Angst haben, bei der Masse an Menschen zu kurz zu kommen. Oftmals erinnerte mich das an das Verhalten kleiner Kinder...

Was die Sprachbarriere anbelangt, so muss ich sagen, dass ich mir alles schwieriger vorgestellt habe. Man lernt doch recht schnell sich zu verstaendigen und selbst, wenn der andere kein Wort Englisch spricht (was selten vorkommt), so bringt man simple Unterhaltungen zustande. Notfalls malt man halt oder man tanzt, mimt, gestikuliert...oder redet einfach aneinander vorbei (der andere versteht es ja eh nicht ;) ). Diesbezueglich hatte ich jedenfalls keine groesseren Probleme.

Ich koennte stundenlang weiter schreiben, aber ich denke, dass ich es bei dem Feedback belasse. China hat mir gut gefallen und da es noch einige Plaetze gibt, die mich sehr reizen, werde ich sicherlich nochmal wieder kommen. Ein verruecktes, aber auch spannendes und aufregendes Land. Manchmal nicht ganz leicht, aber eines ist garantiert: langweilig wird es hier nie ;)

So, nun muss ich mich aufmachen und eine "Bank of China" suchen, in der Hoffnung, dass diese mir US-Dollar verkaufen. Gestern habe ich naemlich gelernt, dass man in CHina nicht in jeder Bank Geld tauschen kann, sondern nur in ebendieser. DAzu sage ich garnichts mehr, denn wie oben erwaehnt: mich wundert nichts mehr.

Auf bald,
Sabine

PS: ich habe noch immer kein offizielles Klausurergebnis, aber von meiner Prof ein Feedback erbettelt und sie schrieb mir gerade, dass ich auf der sicheren Seite sei. Das ist die beste Nachricht, die ich erhalten konnte. Jetzt kann ich wirklich relaxen! Laos, klares Wasser, Kokosnuesse, Strand, Sonne...ich komme :)))

Saturday, October 29, 2005

Kunming: die Stadt des ewigen Fruehlings?

Nach 10 Stunden Fahrt im Sleeperbus (meine erste Erfahung dieser Art!), bin ich gestern frueh in Kunming, der Stadt des ewigen Fruehlings, angekommen. Ich hatte mich schon die ganze Nacht auf fruehlinghaftes Wetter gefreut, insbesondere deshalb, weil ich aus Kunming ein Paket mit allen warmen und wasserdichten Bekleidungsstuecken heim schicken wollte. Dieses Vorhaben habe ich mir gestern noch einige Male durch den Kopf gegangen, nachdem ich in Kunming mit Regen und Kaelte begruesst wurde.
Fazit meiner Ueberlegungen: ich bin in der Stadt des ewigen Fruehlings und folglich sehe ich es garnicht ein, warme Kleidung hier zu behalten. Wo Fruehling drauf steht, soll auch Fruehling drin sein...oder so aehnlich. Ausserdem hat meine Herberge einen Kamin, vor den ich mich im Falle von Schuettelfrost setzen koennte ;) .

Heute werde ich dann meine erste Erfahrung mit dem Postamt machen und endlich jeden ueberfluessigen Balast loswerden. Dummerweise muss man in China alles vorzeigen, was man verschicken moechte, d.h. fuer mich, dass ich erstmal um Erlaubnis bitten muss, ob ich auch wirklich meine schmutzigen Jeans heim schicken darf...(ich haette sie ja vorher gewaschen, aber dank des "Fruehlings" waeren sie hier niemals getrocknet). Nun ja, ich denke nicht, dass sie wirklich ein Problem darstellen, aber die Tatsache, dass man keine verschlossen Pakete versenden darf, finde ich schon bemerkenswert.

Kunming hat (meiner Meinung nach) nicht viel zu bieten, aber ich bin in einer sehr guten Herberge mit heissen Duschen und reichlich Wasserdruck - duschen kann ja so einfach sein!

Vielleicht werde ich mir morgen den Steinwald in Shilin ansehen, der einen Tagesausflug von Kunming entfernt liegt. Ansonsten warte ich hier nur auf mein laotisches Visum und bin schon recht gespannt auf SOA.

Tuesday, October 25, 2005

Lijiang

Zurueck in der Zivilisation, yeah! Ich meine, ich habe ja nichts gegen abgelegene Doerfer und Berge, aber wenn man eine Wanderung macht und man die Wahl hat, pitschnass zu werden aber dafuer weiter zu kommen oder aber den ganzen Tag in einer Huette "in the middle of nowhere" zu verbringen, dann vermisse ich Stadt, Haeuser, Regenschirme, Cafes, dicke Decken, heisse Duschen und saubere Socken sowie Hosen.

Nichtsdestotrotz war unsere Wanderung entlang der Tigersprungschlucht ein Erlebnis. Zu dumm, dass es beinahe die ganze Zeit regnete und neblig war, so dass wir nicht wirklich einen Blick auf den Strom hatten - aber den kann ich mir ja beizeiten im Internet ansehen ;) .

Waehrend der Wanderung habe ich mal wieder bestaetigt bekommen, was ich vorher schon wusste: ich bin nicht geeignet fuer Bergwanderungen! Ich hasse sie, nach wie vor! Ich kann auf ebener Strecke laufen, kein Problem. Ich kann sogar ziemlich zackig gehen, auch kein Problem! Sogar stundenlang! Aber sobald es auch nur einen Hauch aufwaerts geht, habe ich verloren!

Daher war ich fuer eine Weile auf ein Pferd angewiesen (armer Gaul), welches mich zur Bergspitze gebracht hat. Am zweiten Tag aber, habe ich den Weg allein geschafft und wenn es nicht unentwegt geregnet haette, die Wege matschig gewesen waeren und ich mich zwei Mal beinahe in den Schlamm gelegt haette, dann haette es sicherlich richtig Spass gemacht ;) . Aber ich will nicht klagen, denn so oder so habe ich die Wanderung genossen. Man erlebt es schliesslich nicht alle Tage, dass man sich die Schuhe und Hosen einsaut - ausserdem musste meine Hose ohnehin schon leiden, da ich sie mir im Bus an einer defekten Armlehne aufgerissen hatte (was ein Glueck, dass ich meine schweinchenrosa Leggins darunter trug). Mittlerweile ist die Hose aber gestopft und bei "Mama Naxi", wo ich derzeit bin, konnte ich sie sogar waschen, yeah me!

"Mama Naxi" ist eine nette Unterkunft! Die Naxi, das ist eine der Minoritaetengruppen hier in der Provinz Yunnan. Dass die Naxi matriarchalisch organisiert sind, ist nicht schwer zu erkennen, denn Mama Naxi hat das Sagen, waehrend Papa Naxi putzen und gehorchen muss ;) . "Mama Naxi" ist nicht nur beliebt, weil die Unterkunft gut und guenstig ist, sondern auch, weil sie fuer 8 Yuan (ca. 80 Cent) diverse Gemuese- und Fleischgerichte auftischt und nicht stoppt nachzuschoepfen, bevor man die Reisschale unter dem Tisch versteckt ;) . So guenstig wie bei ihr habe ich es noch nirgends erlebt und "Mama Naxi" - eine sehr temperamentvolle Frau - sorgt immerzu fuer Stimmung!

Die Stadt Lijiang ist herrlich, auch wenn sie sehr touristisch ist! Es gibt lauter kleine Gassen, zahlreiche urige Cafes, Kneipen und Restaurants. Zwischen den Gassen fliessen kleine Baeche mit glasklarem Wasser, in dem sich sogar die Goldfische wohl fuehlen (die Chinesen scheinen ihre Fische zu lieben, da man sie in jedem Fleckchen Wasser findet, sogar im Blumentopf...). Nachts ist die Stadt von etlichen chines. Lampions gesaeumt und mancher setzt eine Kerze in Form einer Lotusblume auf das Wasser, die dann den Bach entlang scheppert, unter den Bruecken entlang, bis sie irgendwo erloescht.

Obwohl es mir hier gut gefaellt, werde ich morgen oder uebermorgen weiter fahren. Meine Tage in China sind beinahe gezaehlt und ich muss sagen, dass ich nicht gerne Abschied nehme. China gefaellt mir und ich werde sicher nochmal wieder kommen. Fuer ein Resumee ist es aber noch zu frueh....

Monday, October 17, 2005

Litang

Noch immer bin ich auf dem Weg nach Yunnan Provinz und haenge in den kleinsten Doerfern, aber in Litang gibt es ausnahmsweise mal ein Internetcafe, so dass ich die Gelegenheit nutzen moechte ;) .
Unser erster Zwischenstopp (Kanding) war nicht so besonders, ausser dass man den tibetischen Einfluss deutlich zu spueren bekam. Die meisten Menschen tragen traaditionelle Kleidung, aber ansonsten war Kangding noch recht staedtisch. Anders hingegen verhielt sich das mit Tagong.
Tagong ist ein kleines Dorf, mitten in den Bergen des Himalaya gelegen, in dem es nur eine Strasse gibt. Die Menschen sind durchweg tibetisch gekleidet, man wird mit der tibet. Grussformel "tashe delek" begruesst und allein an der Tatsache, dass es keine Strassennamen mehr gibt merkt man, dass man weit abseits der Stadt ist.
Wir haben in Tagong ein ganz suesses Gaestehaus gefunden mit bezaubernden Gastgebern. Da es keine Heizung gibt (und in unserem Zimmer fehlte sogar ein Fenster), war es abends zwar frostig kalt, aber irgendwie uebersteht man das dann auch :) . Die Atmosphaere dort war jedenfalls toll! Wir haben abends zusammen gesessen und Karten gespielt, die Gastmutter war damit beschaeftigt uns gruenen Tee oder Yakbuttertee ("no thanks") nachzuschuetten und wenn wir alle zufrieden waren, hat sie uns tibetischen Tanz oderFotos gezeigt. Ich habe die Zeit dort sehr genossen! Da macht es auch nichts, dass man weder Dusche noch fliessend Wasser hat oder dass es nur ein Plumpsklo im Garten gibt - man gewoehnt sich wirklich an Vieles! In der ersten Nacht musste ich ca. 5 mal zum "WC" und jedesmal raus in die Kaelte, den schweren Holzbalken von der Tuer entfernen um den Weg zu diesem Plumpsklo frei zu bekommen. Aber es geht. Das Wasser zum waschen wurde aus dem Brunnen geschoepft und ich muss sagen, dass es das sauberste Wasser war, was ich bislang gesehen habe!
Soviel also zum Gasthaus.
Leider war ich den ersten Tag in Tagong krank, so dass ich nicht viel unternehmen konnte. Am naechsten Tag habe ich das dann nachgeholt, als ich mit einer anderen Reisenden jenen Platz in den Bergen aufgesucht habe, an dem die tibet.Buddhisten die "Himmelsbeerdigungen" abhalten. Der tote Koeper wird dabei aufgeschlitzt und an Aasfresser verfuettert, die zuvor mit bestimmter Musik angelockt werden. Der Name "Himmelsbeerdigung" kommt wohl daher, weil der Koerper in den Himmel getragen wird. Zurueck bleiben nur Kleidung, Knochen, Haare und Schmuck der Person. Fuer uns ist die ganze Zeremonie ziemlich befremdlich und etwas eklig, aber vermutlich waere es auch zu viel verlangt, wenn man sich problemlos in andere Kulturen versetzen koennte. Ein anderer Grund, wieso die "Beerdigung" aus diese Weise stattfindet ist auch ein oekonomischer: Holz ist rar und wertvoll und wird daher nicht "einfach so" verbrannt. Zudem ist der Boden meist frostig und es ist somit schwer, ein Feuer zu zuenden. Die Aasfresser hingegen gelten als heilige Voegel und ihnen wird damit die Aufgabe zugeteilt, die Toten in den Himmel zu tragen.

Ich habe also einen solchen Platz aufgesucht, aber ich muss sagen, dass ich den Platz selbst - auf dem also saemtliche Rueckstaende aufzufinden waren - weniger unheimlich fand, als die Einladung einer Nonne in ihr kleines Haus gleich neben der Beerdigungsstaette. Zum einen fand ich den Gedanken gruslig, dass sie in ihrem kleinen Haus mitten in den Bergen wohnt, gleich neben dem Platz wo staendig Leute zermetzelt werden und zum anderen war mir ein wenig unheimlich, als sie schliesslich ihre Trommel und weitere Intrumente herausholte und ein mind. 20 minuet. Mantra herunterbetete. Mir war nicht ganz wohl dabei. Anschliessend hat sie uns dann zum Tee bzw. Yakbrei ("No thanks") eingeladen und wir sind noch eine Weile geblieben. So sehr ich das Erlebnis im Nachhinein auch schaetze, ich war an dem Abend doch erleichtert, als ich gehen konnte. Ich bin mir immer unsicher, was die andere Person von mir moechte und in diesem Fall war es nunmal eine Nonne, die uns Einlass in ihr Haus gewaehrte und ihre "heiligsten" Dinge zeigte. Ich wuesste damit nichts so recht anzufangen, aber ich denke im Nachhinein, dass sie sich einfach ueber Gaeste freute und nichts weiter dabei gedacht hat.

Am naechsten Tag sind wir dann weiter gefahren. An der Tatsache, dass morgens die Pferde und Yaks auf den Marktplatz kommen und man sie selten hinter Zaeunen sieht, merkt man auch, dass man in einem Dorf ist...

Jetzt sind wir also in Litang und es wird noch ein paar Tage dauern, bis wir in Yunnan-Provinz angekommen sind. Einerseits geniesse ich diese Doerfer und die Tibeter, die sehr freundlich sind und mich z.T. an Cowboys oder Indianer erinnern, andererseits merke ich doch, dass ich ein Stadtmensch bin ;) . Ich vermisse die Unabhaengigkeit ein wenig und dass ich jederzeit das Dorf verlassen kann, wann ich moechte ;) . Hier gibt es naemlich nur einen Bus in der Frueh und wenn man diesen verpasst, dann war es das wohl fuer den Rest des Tages. Kurze Strecken kann man sicherlich auch miit privaten Autos zuruecklegen, indem man einfach einen Preis verhandelt, aber fuer laengere Strecken ist das keine Option. Zudem kann es passieren, dass man in privaten Autos ein ca. 10 - Jahre altes Kind als Fahrer vorfindet oder dass man kein Auto findet und man zu dritt mit einem Motorrad vorlieb nehmen muss....Jaja, ist alles schon passiert :)....

Allerdings habe ich ziemliches Glueck, dass ich trotz 4000 Metern Hoehe kaum Beschwerden habe! Andere Reisende mussten schon umkehren, weil sie auf Grund der Hoehe von Kopfschmerzen geplagt waren. Ich bemerke lediglich meine Kurzatmigkeit (die Luft hier oben ist halt schon recht duenn ;) ) und dass meine Shampooflasche aufploppt, weil zu viel Druck drin ist. Aber ansonsten kann mir die Hoehe nichts antun :).....

Tuesday, October 11, 2005

Kurzweiliger Abschied










Morgen frueh geht es mit zwei Freunden weiter Richtung Sueden. Da wir die Busroute waehlen, die uns durch Berge und abgelegene tibetische Doerfer fuehrt, werde ich die naechsten Tage wohl nichts schreiben koennen.
Gestern ist eine Reisende bei uns angekommen, die gerade von der Route kam, die wir machen moechten und nachdem ich ihre Erzaehlungen hoerte, bin ich noch gespannter. Manche Doerfer sind sehr "einfach", so dass es nicht einmal fliessendes Wasser oder Elektrizitaet gibt (aber genug warme Decken ;) ). Heute muss ich erstmal warme Kleidung kaufen....
Mehr von der Tour dann, wenn ich sie hinter mir habe. Unser erster Stopp wird in Kangding sein, wo es angeblich noch ein Internetcafe geben soll (Kangding ist eine "groessere" Stadt). DAnn geht es weiter nach Litang, Deqin, Xiangcheng, Qiaotou, Zhongdian und schliesslich nach Lijiang, von wo ich sicherlich wieder schreiben kann.
Lijiang werden wir vermutlich in 6-10 Tagen erreichen, je nachdem, wie lange wir jeweils Zwischenstopp machen :) .
Bis bald.

Monday, October 10, 2005

Pandas, Tempel und Big Buddha




Chengdu ist soweit wirklich nett. Der Unterschied zur Ostkueste ist nicht nur an der anderen Kueche erkennbar, sondern auch am Klima und den Menschen. Je mehr man nach Westen geht, umso weniger fortgeschritten sind die Provinzen und umso authentischer ist das Erscheinungsbild. Meiner Ansicht nach ist es hier weniger touristisch. Die Kueche der Provinz Sichuans ist sehr scharf, ein Spezialgericht ist der sog. Feuertopf (eine Schuessel mit feurig scharfer Sosse, in der nach Belieben Gemuese und Fleischspiesse gekocht werden koennen). Ich glaube, die Menschen hier benutzen mehr Chili und Pfeffer als der Rest der Welt....aber gut ist die Kueche allemal!
Obwohl Chengdu noch garnicht allzu weit westlich liegt, merkt man schon hier, dass sich verschiedene Volksstaemme mischen - zudem sieht man einige Buddhistenschueler auf den Strassen.

An meinem ersten TAg hier habe ich erstmals einen daoistischen Tempel besucht. Da ich zu wenig von den verschiedenen REligionen verstehe, erspare ich mir weitere Erklaerungen. Ich mag Tempel und geniesse die Atmosphaere dort. Ich mag den Geruch der Raeucherstaebchen, die Tempelanlagen, die Blumen und die herumlaufenden Moenche. An dem heutigen Tempel war ein vegetar. Restaurant mit sehr leckerem Essen und einem Teehaus angegliedert. Ich besuche die Tempel weniger, um etwas zu lernen (weil ich das alles eh vergesse), als vielmehr die Stimmung dort zu geniessen. Ein kleiner Minuspunkt war allerdings die Toilette....das war in etwa die uebelste, die ich bislang erlebt habe, aber ich befuerchte, dass es noch schlimmer kommen wird, denn angeblich soll es auch "WC" geben, die gar keine Waende haben - meine hatten bislang immer Waende. Luxus?
Die immer schlechter werdenden Sanitaeranlagen sind wohl auch ein Anzeichen dafuer, dass man die industrialisierteren Gegenden verlaesst....An der Tatsache, dass ich unser derzeitiges Hostel gerade mal mit "ok" bewerte, waehrend andere es fuer "exzellent" halten, merke ich, dass ich die letzten zwei Wochen zu verwoehnt gelebt habe. Back to Backpacker's life! Ich muss mich wohl wieder ein wenig umstellen, aber den Anfang habe ich schon im Zug gemacht, als ich eine Kakerlake (oder anderes Kriechtier) nahe meines Kopfkissens entdeckt habe. Ueber sowas darf man sich nicht aergern - ich habe das Viech dezent von der Bettkant geflitscht und ich glaube, es ist dann eine Etage tiefer gelandet - ich hatte das mittlere Bett...Oooops! Aber was sollte ich tun? Der PErson unter mir sagen "Entschuldigen Sie, aber ich habe gerade eine Kakerlake auf ihr Bett geflitscht?" Das haetten die doch eh nie verstanden! Also habe ich mich einfach umgedreht und weiter geschlafen.

Gestern war ich die groesste Buddhastatue in Leshan besuchen. Echt beeindruckend! Da ich nunmal eine "lowbudget" Reisende bin, konnte ich es mir nicht leisten, eine organisierte Tour mitzumachen und so habe ich mich entschieden, die Statue nicht zu besteigen, sondern ein Boot zu nehmen und am Buddha vorbei zu fahren - ich hatte daher leider nur 20 Sekunden Zeit, um die Figur zu fotografieren, was im Prinzip auch mehr als genug ist, aber wenn man nach den ersten 4 Fotos die Linse wechseln will, dann wird die Zeit doch etwas knapp. Als ich endlich den Zoom aufgesetzt hatte, schaffte ich es leider nur noch, den Finger zu erwischen, aber naja...besser den Finger Buddhas in Grossaufnahme als garnichts ;) . AUsserdem kann ich ja jederzeit wiederkommen...

Heute war ich endlich bei den Pandabaeren. Pandas sind die ausgeglichensten Wesen, die ich bislang erlebt habe. Sie sitzen einfach nur da und machen garnichts, ausser zu futtern. Sie kugeln beinahe ueber den Boden, anstatt zu laufen und sie scheinen den ganzen Tag nur zu faulenzen. In meinem naechsten Leben werde ich Pandabaerin, habe ich beschlossen.

Uebernmorgen werde ich vermutlich weiter nach Sueden fahren. Eigentlich moechte ich dieses Mal mit dem Bus weiter fahren, weil man dann diverse tibetische Doerfer durchqueren kann und traumhafte Landschaften durchquert - allerdings liegen die meisten Doerfer in 3000-4000 Metern Hoehe und dort haben schon die Schneestuerme begonnen, was den ohnehin schlechten Strassenverhaeltnissen nicht gerade entgegen kommt. Ich muss erstmal herausfinden, ob die Busse unter diesen Umstaenden ueberhaupt verkehren und wie haufig die Busse in diesen Gegenden den Berghang runterkullern (will halt auf alles eingestellt sein ;) ), aber generell haette ich wirklich Lust, durch die abgelegenden Gegenden zu tuckern. Man sagt, dass die Doerfer zum Teil authentischer sind als Tibet selbst und ich stelle es mir sehr beeindruckend vor, aber wir werden sehen....

Friday, October 07, 2005

Chengdu

So, naechster Stopp ist also Chengdu. Ich warte gerade, bis es endlich 12 uhr sind und ich einchecken kann. Die 12-Stunden Zugfahrt stellten sich hinterher als 16-Stunden Zugfahrt heraus, aber who cares. 4 Stunden mehr oder weniger sind ja auch wurscht.
Im Zug traf ich dann wieder jemanden, den ich schon in Shanghai und Peking traf und wir waren sogar "NAchbarn", was unsere Schlafkojen anbelangt :0) . In Chengdu angekommen, wollte ich eigentlich mit ihm und seiner Freundin ins Hostel fahren, da es immer nett ist, schon jemanden zu kennen, aber als ein Typ von einer anderen Herberge verzweifelt nach der abzuholenden Person suchte, habe ich mich spontan umentschieden und bin in ein anderes Hostel. Mein Unterkunft hier kostet mich laeppische 15 Yuan (ca. 1.50 Euro) die Nacht, da kann man nicht meckern ;) .
Tja, und hier sitze ich nun die Zeit ab. Witzigerweise habe ich gerade eine Mail erhalten, dass ein anderer Reisender - den ich ebenfalls aus Peking kenne - ebenfalls hier im untergekommen ist! Somit kenne ich also auch hier gleich jemanden :) . China ist scheinbar doch nicht so gross....

Mh, wollt ihr echt noch was von Xi'an hoeren? Fuer mich ist Xi'an schon wieder so weit weg....Die Terrakottaarmee war wirklich beeindruckend. Man stelle sich vor, dass eine riesige Armee aus Terrakotta (die einzelnen Figuren haben die Groesse vom europ. Durchschnittsmenschen ;) ) jahrhundertelang unentdeckt unter der Erde gestanden hat und einige der Soldaten sind sogar noch unbeschadet!
Ein paar Bauern (derer gibt es in China ja genug) haben die Armee zufaellig entdeckt, als sie einen Brunnen anlegen wollten - dabei sind sie auf eine der Figuren gestossen und nach und nach wurde ein riesiges Areal freigelegt, wobei noch einige mehr vermutet werden. Die Armee sollte damals das Grab des Kaisers bewachen - wer sie errichtet hat ist unbekannt (zumindest mir *hoe hoe* ). Naja, soviel dazu.

Zu den Tempeln und der Moschee gibt es nicht allzu viel zu sagen.
Am letzten Abend war ich dann noch in einem wunderschoenen Park, in dem am Abend auf dem See ein Film per Laser gezeigt wurde. Ich gestehe, dass die Lasershow ein wenig kitschig war, aber manchmal mag ich Kitsch ;) . Ausserdem gab es ein Feuerwerk und Feuerflammen, die ein wenig warme Luft erzeugten, da das ganze naemlich Open Air stattfand. Zu bloed, dass ich keine Kamera dabei hatte, denn das war wirklich einer der schoensten Parks, die ich bislang gesehen habe!

Ansonsten gibt es nicht viel zu Xi'an zu sagen. Die Familie war super nett und ein wenig overprotective. Sie meinten es ja nur gut mit mir, aber ich mag wirklich keine schwarzen Eier zum Fruehstueck essen...und auch keinen Reis mit Fisch am fruehen Morgen. Ich habe nur gedacht "Freunde, wenn ihr wirklich wollt, dass ich eure schwarzen Eier esse, dann werde ich ganz China nach Harzer Kaese oder Schimmelkaese absuchen und wenn ich meinen letzten Yuan dafuer opfere!" Ich schaetze, dass sie mich nie wieder zu schwarzen Eiern zwingen wuerden, wenn ich ihnen im Gegenzug den Kaese auftischte.
An sich war meine Zeit bei ihnen aber super. Wir haben zusammen Tee getrunken und uns mit Haenden und Fuessen unterhalten. Man lernt doch recht gut, sich ueber Gestik zu verstaendigen.
Ein weiteres Phaenomen was ich beobachtet habe ist, dass ich mit Fremden generell auf Englisch rede, weil ich denke, dass sie mich dann besser verstehen, dabei wusste ich, dass die Eltern von Lulu kein Englisch sprechen. Und trotzdem wechselte ich automatisch immer zu Englisch. Verrueckt.

So, da ich heute frueh eh nur Schrott schreibe, melde ich mich wieder, wenn es was Interessantes zu berichten gibt...

Wednesday, October 05, 2005

Aufenthalt in Xi'an


Morgen geht es schon wieder weiter. Leider habe ich nicht viel Zeit, um ausfuehrlich zu berichten, da ich nicht viel Zeit habe. Die Familie, in der ich derzeit bin, ist jedenfalls super und wie schon vermutet, ist mir die uebertriebene Gastfreundschaft beinahe etwas unangenehm. Die Abwechslung zur Herberge finde ich jedenfalls gut und sie haben sogar eine westliches WC mit flauschiger Sitzauflage ;).
Die letzten zwei Tage wurde ich hier durch die Touri-Attraktionen geschleust (von einer chines. Moschee ueber die einen buddh. Tempel bis zur Terrakottaarmee).
Das Wetter hier ist sehr regnerisch und fies :( .
Leider muss ich jetzt schon wieder los - mehr dann, wenn ich wieder alleine im Internetcafe bin und auch selbst dafuer zahle ;) . Der Service hier in der Familie ist jedenfalls erste Klasse und etwas chin. lerne ich auch (was ich allerdings 10 Minuten spaeter wieder vergesse ;) ).
Morgen geht es weiter nach Chengdu, wo ich mir Pandas ansehen moechte :) . Wieder mal 12 Stunden Zugfahren, aber man gewoehnt sich daran und ausserdem mache ich nette Bekanntschaften dort :) .

Bis dahin viele Gruesse aus dem verregneten
Xi'an

Monday, October 03, 2005

Ankunft in Xi'an

Der Glockenturm von Xi'an:


So, nach 12 Stunden Zugfahrt inmitten einer (sehr netten!) Schweizer Truppe (Gruss an den Kerl aus der SChweiz ;) ), bin ich endlich in Xi'an eingetroffen. Kalt ist es hier! Und grau! Die Luftverschmutzung duerfte bei geschaetzten 99% liegen! Die ganze Stadt riecht nach Kohle und Russ, da hier Kohle verbrannt wird.

Am Bahnhof hat es eine Weile gedauert, bis ich die Eltern meiner Freundin gefunden hatte - ich hatte zwar einen Zettel zum Hochhalten (auf dem - wie ich nachher erfuhr - stand "Hallo: Lulu Papa" stand), aber es gibt so viele Menschen am Bahnhof, dass ich Probleme hatte, den Vater zu finden. Zu meinem GLueck, traf ich einen anderen Lulu-Vater, der zudem Englisch sprach, so dass er Lulu-Vater Nr.1 anrufen konnte und 2 Minuten spaeter wurde ich dann herzlich von ihm und einem Maedel (dass ich bis jetzt noch nicht zuordnen kann) empfangen. Obwohl ich nicht weiss, wer das Maedel ist, ob sie mit bei den Eltern wohnt, eine Bekannte oder Freundin ist, hake ich mich einfach mal ein ;) .
Die Eltern sind wirklich sehr gastfreundlich,wobei ich ehrlich gesagt mit zu viel Gastfreundschaft ein wenig Probleme habe,da ich mich etwas eingeengt fuehle. Aber ich kann mich wirklich nicht beklagen. Zudem haben sie Kaffee, eine westliche Toilette und Wc-Papier. Topp!

Witzig ist jedenfalls, dass die Eltern scheinbar annehmen, ich kenne ihre Tochter schon lange (dabei habe ich sie vor 2 Wochen hier in CHina kennen gelernt. Sie studiert in Deutschland und spricht fliessend deutsch)- die Eltern waelzen die Photoalben und suchen vergeblich nach einem Photo, dass ihre Tochter mit Freunden in Deutschland zeigt, in der Hoffnung, dass ich irgendwo zu sehen bin. Ich tue dann so, als sei ich ebenfalls ganz enttauscht, mich auf keinem der Fotos zu finden.
Naja, soviel erstmal. Die naechsten drei Tage werden wohl ganz nett und hoffentlich werde ich nicht allzu sehr bewirtschaftet. Bald mehr....

Saturday, October 01, 2005

Fotosession auf dem Tian An Men-Platz



Morgen fahre ich endlich nach Xi'an weiter. Zwei Wochen Peking reichen wirklich.
Gestern war hier der Nationalfeiertag und die ganze Stadt zugestopft mit chin. Touristen. Ich bin extra bis zum Feiertag geblieben, weil ich dachte, dass es vielleicht ein grosses Fest geben wuerde, aber nix da. Es ist schon interessant, wie die CHinesen ihren Tag feiern. Sie kommen aus dem ganzen Land nach Peking angereist und versammeln sich dann auf dem Tia An Men-Platz (vor der verbotenen Stadt) und dort stehen sie dann, schiessen Fotos und spazieren wieder heim. So zumindest erschien es uns. Wir hatten irgendwelche Veranstaltungen erwartet, da eine enorme Masse an Menschen zu dem PLatz stroemte, aber die Veranstaltung haben wir vergeblich gesucht. Es war so voll, dass ich schnell wieder zuruck ins Hostel bin (typisch Sabine: erst verlaengere ich meinen Aufenthalt, weil ich das hier mit erleben wollte und dann renne ich vor den MAssen davon ;) ).
Eines aber habe ich gestern gelernt: ich werde nie wieder mit einer blonden Freundin in CHina ausgehen. Ich bin es ja gewohnt, dass ich hin und wieder fotografiert werde oder mich mit Tante und Oma knipsen lassen muss, aber als ich gestern mir einer finnischen Freundin unterwegs war, sind wir kaum von der Stelle gekommen. Auf dem Tian An Men-Platz mussten wir mindestens 5 Minuten stehen bleiben, um ein Foto nach dem anderen schiessen zu lassen, immer wieder andere Chinesen zu umarmen (also so tun, als kenne man sich) und es nach einfach kein Ende. Es schien so, als seien wir die Hauptattraktion auf dem Platz (wieso hat die Finnin auch so Elbenblondes Haar...). Wir haben schon ueberlegt, 5 Yuan pro Foto zu nehmen, aber unsere soziale Ader hat uns das verboten. Wie dumm.
Morgen geht es also endlich weiter. Ich bin mal gespannt, ob ich mit meinem Gepaeck in den Bus passe. Andererseits gilt hier in China die Regel "was nicht passt, wird passend gemacht". Es ist wirklich unglaublich, wie sehr in den Bussen gequetscht wird - "alle fuer einen", sag ich nur ;) . Wen wundert es da, wenn die Busse irgendwann streiken und die Fahrgaeste mit vereinten Kraeften von aussen schieben muessen (tatsaechlich gesehen!) , oder wenn der Bus in der Mitte auseinander bricht ;).

Achso, noch etwas: ich habe von einem anderen Reisenden einen Geheimtipp bekommen, wie ich nun meine Mails lesen kann, yeah me :) . Bin echt froh! Und an meinen Weblog komme ich mittlerweile ja auch ran - alles wird gut.

Sabine

 
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