Weiter Richtung Laos
Heute kann ich mein Visum fuer Laos abholen und mit dem Nachtbus geht es dann weiter Richtung Sueden, von wo aus ich mich zur Grenze vorarbeite. Uebermorgen sollte ich dann in Laos sein.
Sorry, dass es momentan nicht allzu viel Spannendes zu berichten gibt, aber ich bin mit meinen Gedanken schon in Laos und habe die Zeit hier nur damit verbracht, mir die Stadt ein wenig anzusehen, ein Paket mit warmer Kleidung Richtung Heimat zu schicken und auf mein Visum zu warten. An der Tatsache, dass ich hier kaum noch etwas unternehme merke ich, dass es Zeit ist, weiter zu reisen! Ich kann es kaum erwarten endlich den Dschungel zu erkunden und Wasserfaelle zu besuchen, aber davon mehr, wenn es soweit ist.
Zum Abschluss lieber ein kleiner Rueckblick auf China:
2 Monate sind zu wenig, um ganz China kennen zu lernen, aber ich denke, dass ich einen recht guten Eindruck bekommen habe und begriffen habe, wie die Chinesen "ticken". Das merke ich daran, dass ich mich ueber kaum eine Sache wundere - sei es darueber, dass Frau Mama ihr Kind vor dem Geschaeft ueber eine Tonne zum Pipimachen haelt oder darueber dass Chinesen ungeniert ueber mich lachen, mit dem Finger auf mich zeigen, von der anderen Strassenseite ein "hello" rufen (um ihr Englisch zu beweisen) usw....Anderes Land, andere Sitten, das habe ich begriffen und daran habe ich mich gewoehnt. Was mich anfangs hin und wieder nervte, ist nun zur Gewohnheit geworden und ich denke, dass mich in CHina kaum noch etwas schocken kann (daher wird es ja auch Zeit, weiter zu fahren *hehe*).
Was das Geruecht um die Toiletten anbelangt, so muss ich sagen, dass ich keine allzu schlechten Erfahrungen gemacht habe. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich meine Reise an der Ostkueste begonnen habe (wo alles etwas fortgeschrittener ist) und mich dann langsam zur Westkueste vorgearbeitet habe - so hatte ich Zeit, mich Schritt fuer Schritt vorzuarbeiten. Die Reihenfolge war etwa wie folgt:
1. westliche WC, etwas schmutzig, aber das kennt man ja von unseren oeffentlichen Toiletten...
2. Hocktoilette - gewoehnungsbeduerftig, aber ansonsten nichts weiter auszusetzen. Spuelung vorhanden.
3. Hocktoilette der schmutzigeren Variante. Keine Spuelung, sondern eine Tonne mit Wasser und Kelle.
4. Plumpsklo, wie man es von frueher kennt. Spuelung???? Wasser???
5. Hocktoilette der fiesesten Variante. Der ganze Mist gleitet auf einer Bahn runter...und da liegt er dann....
Ich habe alle Varianten durch und - wie sagte ein anderer Reisender - letzlich sind Toiletten nicht eklig, denn was man dort vorfindet ist doch letztlich nur "shit", nichts weiter...Wenn ich mir das 100 mal sage, hilft es vielleicht...
Faiererweise muss ich aber sagen, dass es wirklich nicht so fies ist wie es klingt. Die Herbergen sind meist gut und (sehr) sauber - mit einer einzigen Ausnahme. Es handelt sich dabei um ein GAestehaus in Xiongcheng (grausame Stadt), in dem es Toilette der KAtegorie 5 gab. Diese war sowas von fies, dass ich den Ort NEBEN dem Haus bevorzugte. Nachts hatte das den zusaetzlichen Vorteil, dass ich Beleuchtung hatte - es war naemlich Vollmond zu der Zeit als ich dort war....Den Rest koennt ihr euch denken. Ingesamt vergebe ich die Note 3 und beende damit das Toilettenkapitel.
Was mir in China am besten gefaellt ist, dass es auf Grund der Groesse so viel zu bieten hat - riesige verstaubte und moderne Staedte, Berge, kleine traditionelle Doerfer, sehr gute feurig-scharfe Kueche ueber einfache Hausmannskost, verschiedene Klimazonen (von subtropisch bis ins kalte Tibet) und entsprechend den unterschiedlichen Regionen, sind auch die Menschen sehr unterschiedlich. Ich mag den Westen lieber - die Menschen erscheinen mir hier ein wenig relaxter und ruecksichtsvoller als im Osten, aber das kann auch nur mein persoenlicher Eindruck sein. Ausserdem moechte ich nicht sagen, dass die Menschen an der Ostkueste ruecksichtslos sind, denn das ist sicher der falsche Ausdruck. Ok, sie draengeln sich vor und schubsen, aber man hat eher den Eindruck, dass sie das nicht etwa aus boeser Absicht machen, sondern einfach deshalb, weil sie Angst haben, bei der Masse an Menschen zu kurz zu kommen. Oftmals erinnerte mich das an das Verhalten kleiner Kinder...
Was die Sprachbarriere anbelangt, so muss ich sagen, dass ich mir alles schwieriger vorgestellt habe. Man lernt doch recht schnell sich zu verstaendigen und selbst, wenn der andere kein Wort Englisch spricht (was selten vorkommt), so bringt man simple Unterhaltungen zustande. Notfalls malt man halt oder man tanzt, mimt, gestikuliert...oder redet einfach aneinander vorbei (der andere versteht es ja eh nicht ;) ). Diesbezueglich hatte ich jedenfalls keine groesseren Probleme.
Ich koennte stundenlang weiter schreiben, aber ich denke, dass ich es bei dem Feedback belasse. China hat mir gut gefallen und da es noch einige Plaetze gibt, die mich sehr reizen, werde ich sicherlich nochmal wieder kommen. Ein verruecktes, aber auch spannendes und aufregendes Land. Manchmal nicht ganz leicht, aber eines ist garantiert: langweilig wird es hier nie ;)
So, nun muss ich mich aufmachen und eine "Bank of China" suchen, in der Hoffnung, dass diese mir US-Dollar verkaufen. Gestern habe ich naemlich gelernt, dass man in CHina nicht in jeder Bank Geld tauschen kann, sondern nur in ebendieser. DAzu sage ich garnichts mehr, denn wie oben erwaehnt: mich wundert nichts mehr.
Auf bald,
Sabine
PS: ich habe noch immer kein offizielles Klausurergebnis, aber von meiner Prof ein Feedback erbettelt und sie schrieb mir gerade, dass ich auf der sicheren Seite sei. Das ist die beste Nachricht, die ich erhalten konnte. Jetzt kann ich wirklich relaxen! Laos, klares Wasser, Kokosnuesse, Strand, Sonne...ich komme :)))














